Diesseits und Jenseits

Ausstellung über schöne und bizarre Abschiedsrituale

Quer durch alle Altersgruppen wächst der Wunsch nach neuen Wegen der Auseinandersetzung mit dem Leben und Tod.

Eine sechswöchige Ausstellung über schöne und bizarre Abschiedsrituale in Stuttgart im Geräteschuppen des Garnisonsschützenhauses machte dies möglich. Bereits zur Vernissage am 15. Oktober verzeichnete Kuratorin Maike Sander viele interessierte Besucher, die sich dem Thema  Abschied, Tod freiwillig und neugierig näherten. „Tod und Abschied haben auch ihre farbigen Seiten“, ist Maike Sander überzeugt. Gemeinsam mit Architektin Tina Kammer hat sie die aktuelle Ausstellung organisiert. Trauerrituale verschiedenster Länder beweisen, dass sie ganz dem Leben zugewandt und mitunter auch humorvoll sind, wie in mehreren Ausstellungsboxen gezeigt wird.

Die Unterteilung in neun thematische Boxen ist der Ausstellungsörtlichkeit, dem Schuppen zuzuschreiben. „Offenbar gab es für jeden Schießstand eine Box für die Schießscheiben“, geht Bertram Maurer vom Verein Garnisonsschützenhaus davon aus. Acht weitere Boxen regen dazu an, Erinnerungen zum Thema Tod und Abschied zu teilen, gemeinsam zu forschen, nachzudenken und andere Formen der Trauerkultur kennen zu lernen. Die Boxen tragen interessante Titel wie: Gewehr & Café, Haar & Schmuck, Zucker & Rauch, Leben und Tod, Ente & Tulpe, Seele & Zopf, Feuer & Erde. So kann beispielsweise Trauermode um 1900 in alten Modekatalogen betrachtet werden. Was eine Frau zu tragen hatte, richtete sich nämlich nach dem Verwandtschaftsgrad des Verstorbenen.

Wer weiß schon noch, dass das beliebte schwäbische Salzgebäck, die Seele, einst ausschließlich an Allerseelen gebacken wurde? Skurril mutet der mexikanische Traueraltar mit Totenköpfen, Sombrero und Zuckerköpfen an. Gerade um die Wende zum 20. Jahrhundert hat sich auch in Deutschland eine opulente Trauerkultur entwickelt. Aus Haar der Toten wurde allerlei Schmuck gefertigt, man trug Medaillons mit dem Foto des Verstorbenen und plötzlich wurden die Gräber  zur Bestattung mit prunkvollen Bouquets dekoriert. Dass Trauerflor noch heute eine wichtige Rolle spielt, zeigt eine Box, die von Stuttgarter Friedhofsgärtnern über die gesamte Ausstellungsdauer kunstvoll mit Blumenschmuck arrangiert wird.

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